Produktfehler und Rückrufaktionen können immense Kosten und hohen organisatorischen Aufwand verursachen. Besonders in der Automobilindustrie sind Rückrufe keine Seltenheit. Auch der Maschinen- und Anlagenbau kann von diesen Risiken betroffen sein. Im Rahmen eines vorausschauenden Risikomanagements sollte daher genau geprüft werden, inwieweit eine gezielte Rückrufkostendeckung eine sinnvolle Ergänzung des Versicherungsschutzes darstellt.
Die Automobilindustrie steht derzeit wegen der vorzeitigen Abschaffung der Umweltprämie im Dezember 2023 und den gestiegenen Energiekosten unter großem Druck. Lohnkürzungen, Stellenabbau und gegebenenfalls Werksschließungen sind die Folge – wie das aktuelle Beispiel von VW zeigt. Hinzu kommt, dass die Produktentwicklungszyklen in der Automobilindustrie in den vergangenen Jahren deutlich verkürzt wurden. Aufgrund der starken Wettbewerbssituation verkürzen und automatisieren die Hersteller die Testzyklen und bringen ihre Modelle in immer kürzeren Zeitabständen an den Markt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Anzahl der Fahrzeugrückrufe in den letzten Jahren gestiegen ist.
Erfahrungen aus der Automobilindustrie: Produktfehler und ihre Folgen
Gerade in der Automobilindustrie können Produktfehler schwerwiegende Folgen haben. Drei Beispiele aus den letzten Jahren:
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Frau Claudia Sedlacek-Dechert
VSMA GmbH – ein Unternehmen des VDMA
Telefon +49 69 6603-1758
csedlacek[at]vsma.org
- General Motors wurde 2014 ein Materialfehler in den Zündschlössern zum Verhängnis. Dieser führte dazu, dass sich die Motoren während der Fahrt abschalteten und Servolenkung, Bremsen und Airbags ausfielen. Der Defekt führte zu zahlreichen Unfällen, bei denen 124 Menschen ums Leben kamen. Die Kosten für General Motors beliefen sich auf 4,1 Milliarden Euro.
- Honda hatte im Jahr 2017 bei circa 1 Million Fahrzeugen unsachgemäß geschweißte Kraftstofftanks verbaut. Diese wurden undicht und stellten ein erhebliches Brandrisiko dar. Honda sind dadurch Kosten in Höhe von 800 Millionen Euro entstanden.
- Toyota bemerkte 2022 ein Problem mit fehlerhaften Schweißnähten an den vorderen Kotflügeln. Diese konnten sich während der Fahrt lösen und schwere Unfälle verursachen. Betroffen waren 14.777 Einheiten, die vom Markt genommen und repariert werden mussten.
- Kosten für die Benachrichtigung von Endverbrauchern, Händlern und Werkstätten,
- Kosten für die Medienberichterstattung über den Rückruf (Rundfunk und Presse),
- Kosten für den Austausch mangelhafter Produkte,
- Überprüfungskosten,
- Entsorgungskosten.
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