VDMA Infoportal Klimarisiken
Naturgefahren: Risiken, Absicherung, Prävention
Zunehmende Extremwetterlagen bringen Herausforderungen mit sich und erschweren den Zugang zu Versicherungsschutz. Gleichzeitig rückt Klimaresilienz – auch durch die CSRD – in den Fokus. Welche Risiken relevant sind, wie man sie absichert und welche Präventionsmaßnahmen sinnvoll sind, erfahren Sie hier.
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Klimarisiken zählen zu den größten Herausforderungen der kommenden Jahre
Wetterextreme treten immer häufiger auf und verändern die Risikolage vieler Unternehmen. Insbesondere Maschinen- und Anlagenbauer sind aufgrund ihrer zum Teil sensiblen technischen Anlagen, hohen Fertigungstiefen und internationalen Lieferketten stark von Naturkatastrophen gefährdet. Schäden an Produktionsstätten, Infrastruktur oder logistischen Knotenpunkten können zu erheblichen finanziellen Verlusten führen.
Gleichzeitig wird es immer schwieriger, ausreichenden Versicherungsschutz zu erhalten. Zunehmende Schäden führen dazu, dass die Versicherer ihre Bedingungen verschärfen, die Höchstentschädigungen reduzieren oder die Prämien erhöhen. In einigen Regionen sind bestimmte Risiken kaum noch oder nur mit hohen Selbstbehalten versicherbar. Das Thema Prävention gewinnt daher an Bedeutung, um die wirtschaftlichen Folgen von Naturgefahren zu minimieren und den Zugang zu tragfähigem Versicherungsschutz zu ermöglichen.
Herausforderungen für den Maschinen- und Anlagenbau
Unterversicherung und Höchstentschädigung
Versicherungssummen entsprechen häufig nicht den realen Wiederherstellungskosten. Im Schadenfall droht dadurch Unterversicherung. Zudem reicht die vereinbarte Höchstentschädigung oft nicht aus.
Mangelnde Schadenprävention
Einige Schäden könnten durch gezielte Präventionsmaßnahmen minimiert werden. Investitionen in Schutzmaßnahmen werden jedoch oft noch vernachlässigt. Das erhöht die Anfälligkeit für Schäden.
Fehlende Analysen von Klimarisiken
Viele Unternehmen haben bisher weder ihre eigenen Standorte noch die von Zulieferern, von denen sie stark abhängig sind, systematisch auf Naturgefahren untersucht. Risiken bleiben dadurch oft unerkannt.
Welche Naturgefahren bedrohen Unternehmen?
Extremwetterereignisse und Naturkatastrophen haben nicht nur unmittelbare Auswirkungen auf Betriebsgebäude, Maschinen und Lagerbestände, sondern können auch zu langfristigen Produktionsausfällen und Störungen in der Lieferkette führen. Im folgenden Block haben wir die wichtigsten Naturgefahren und ihre möglichen Auswirkungen auf Unternehmen zusammengestellt.
TIPP: Nicht alle der unten genannten Szenarien sind versicherbar. Wir empfehlen daher einen Notfallplan für Naturgefahren. Wir beraten Sie gerne!
Naturgefahren im Überblick
Sturm und Hagel
Hochwasser und Starkregen
Erdbeben
Erdsenkung und Erdrutsche
Schneedruck und Lawinen
Sturm und Hagel
- Stürme (in der Regel ab Windstärke 8 auf der Beaufort-Skala versichert) können Dächer abdecken, Fassaden beschädigen oder auch im Freien befindliche Gegenstände wie Vorräte unbrauchbar machen.
- Hagel kann insbesondere Glasflächen, Solar- und Photovoltaikanlagen oder im Freien gelagerte Vorräte sowie leicht zu beschädigende Materialien zerstören.
- Auch indirekte Folgen wie umgestürzte Bäume oder beschädigte Stromleitungen können zu Produktionsausfällen führen.
Hochwasser und Starkregen
- Die Zunahme von Starkregenereignissen in den letzten Jahren zeigt, dass Überflutungen nicht nur in den klassischen Hochwasserzonen auftreten.
- Besonders gefährdet sind Keller- und Lagerräume, insbesondere wenn sich dort Datenspeicher oder Stromversorgungsanlagen befinden, auf die Unternehmen angewiesen sind.
- Mögliche Auswirkungen von Hochwasserereignissen betreffen nicht nur Gebäude (durch Rückstände im Wasser), sondern auch besonders empfindliche Maschinen und Anlagen.
Erdbeben
- In Deutschland besteht insbesondere im Südwesten (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen) ein moderates, aber nicht zu vernachlässigendes Erdbebenrisiko.
- Schäden an Gebäuden und Produktionsanlagen durch Erschütterungen und Risse können enorme Reparaturkosten verursachen.
- Indirekte Folgen wie der Ausfall von Stromnetzen oder beschädigte Verkehrswege können zu Produktionsausfällen führen.
Erdsenkung und Erdrutsche
- Instabile Bodenverhältnisse durch starke Niederschläge können zu Erdrutschen führen und ganze Gebäudeteile beschädigen.
- Bodensenkungen treten häufig in Gebieten mit weichem Bodenaufbau oder durch Absenkung natürlich entstandener Hohlräume auf. Sie können zu Setzrissen in Gebäuden und zu Schäden an Fundamenten führen.
Schneedruck und Lawinen
- Hohe Schneelasten auf Dächern können zu Einsturzgefahr führen, besonders bei älteren oder großflächigen Produktionsstätten.
- Auch bei zusätzlichen Dachlasten, zum Beispiel durch eine Photovoltaik-Anlage, muss die Schneelast regelmäßig überprüft werden.
- Lawinen stellen in alpinen Regionen eine erhebliche Bedrohung dar, insbesondere für Betriebe in Hanglagen oder in der Nähe von Schneeverwehungen.
- Schutzmaßnahmen wie Lawinenverbauungen, Schneenetze oder spezielle Bauweisen helfen, das Risiko zu reduzieren.
Was leistet eine Elementarschadenversicherung?
Elementarschäden können zu erheblichen finanziellen Belastungen führen. Ein Risiko, das meist durch eine Zusatzversicherung wie die sogenannte Elementarschadenversicherung gesondert abgesichert werden muss. Diese deckt in der Regel Schäden durch Naturereignisse wie Hochwasser, Erdrutsch, Erdbeben oder Lawinen ab und bietet damit finanziellen Schutz zumindest gegen einige mögliche Schadenszenarien.
Leistungen der Elementarschadenversicherung
Ersatz von Sachschäden
Betriebsunterbrechung
Aufräum- und Entsorgungskosten et cetera
Ersatz von Sachschäden
Wiederherstellung oder Ersatz beschädigter Gebäude, Maschinen und Lagerbestände.
Betriebsunterbrechung
Ersatz des entgangenen Gewinns und der fortlaufenden Fixkosten wie Löhne, Leasingraten oder Mieten maximal bis zu ihrer vertraglich vereinbarten Haftzeit. Mehr zum Thema Betriebsunterbrechung lesen Sie hier: www.vsma.de/sach-betriebsunterbrechungsversicherung-essenzielles-wissen-fuer-unternehmen.
Aufräum- und Entsorgungskosten et cetera
Kosten für Schuttbeseitigung, Dekontamination und Entsorgung von beschädigtem Material.
Was leistet eine Allgefahrenversicherung?
Wer einen umfassenderen Deckungsschutz wünscht, ist mit einer Elementarschadenpolice allein nicht ausreichend abgesichert, da diese bestimmte Risiken nicht abdeckt. Einen erweiterten Schutz kann eine Allgefahrenversicherung bieten. Hier gilt der Grundsatz: Alle Gefahren, die in den Bedingungen nicht ausdrücklich ausgeschlossen werden, sind versichert. Außerdem gilt hier die sogenannte Beweislastumkehr – das heißt, der Versicherer muss beweisen, dass ein Schaden unter einen bestimmten Ausschluss fällt.
TIPP: Nicht alle Versicherungen decken sämtliche Elementargefahren ab. Eine genaue Analyse Ihrer aktuellen Policen ist essenziell, um Versicherungslücken zu identifizieren!
VDMA KLIMASZENARIOANALYSE
Klimaszenarioanalysen sind die Grundlage für resiliente Unternehmensentscheidungen
Trotz präventiver Maßnahmen nimmt die Gefährdung durch Naturgefahren weiter zu. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen: Durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) wird die Berichterstattung zu Klimarisiken schrittweise ausgeweitet und betrifft künftig rund 15.000 Unternehmen.
Deshalb ist es entscheidend, jetzt gezielte Lösungsansätze zu entwickeln. Ein strategischer Ansatz kombiniert Risikoanalysen, individuelle Versicherungslösungen und präventive Maßnahmen, um Unternehmen bestmöglich zu schützen. Klimaszenarioanalysen spielen dabei eine zentrale Rolle, um Gefahren frühzeitig zu erkennen und Anpassungsmaßnahmen zu planen, die die Sicherheit von Produktions- und Geschäftsprozessen langfristig erhöhen.
Die VDMA Klimaszenarioanalyse
Zusammenarbeit mit den erfahrenen Risikoingenieuren der Zurich Resilience Solutions bieten wir ab sofort detaillierte Klimaszenarioanalysen an. Die Durchführung übernimmt Zurich Resilience Solutions – wir begleiten den Prozess mit fachlicher Expertise und stellen sicher, dass die Besonderheiten des Maschinen- und Anlagenbaus berücksichtigt werden. Das Angebot steht Unternehmen der Branche zu Sonderkonditionen zur Verfügung.
HINWEIS: Die Kosten werden je nach gewünschtem Umfang individuell kalkuliert. Ein konkretes Angebot wird nach einem unverbindlichen Erstgespräch erstellt.
Leistungen der VDMA Klimaszenarioanalyse
Detaillierte Standortbewertungen
Prognose für verschiedene Szenarien
Visualisierte Ergebnisse
Präventionsberatung mit Empfehlungen
Flexibler Ansatz
Vorbereitung auf CSRD
Detaillierte Standortbewertungen
Exakte Analyse von Klimarisiken und Schwachstellen durch Experten für Klimaresilienz (Desktop- oder vor-Ort-Bewertung).
Prognose für verschiedene Szenarien
Bewertung des Risikos für zahlreiche Naturgefahren auf Basis verschiedener Klimaszenarien und Zeithorizonte.
Visualisierte Ergebnisse
Digitales Visualisierungstool oder Abschlussbericht zur klaren Veranschaulichung und effektiven Weiterverwendung der Analyseergebnisse.
Präventionsberatung mit Empfehlungen
Konkrete Vorschläge für geeignete Maßnahmen zur Risikominimierung, um die Widerstandsfähigkeit Ihrer Standorte und Lieferketten zu stärken. Dazu gehören:
- Bauliche Schutzmaßnahmen: Errichtung von Hochwasserschutzwänden, verstärkten Dächern und wetterfesten Fassaden.
- Technische Maßnahmen: Einsatz von Frühwarnsystemen für Naturgefahren und Notfallplänen für kritische Betriebsprozesse.
- Organisatorische Maßnahmen: Schulungen für Mitarbeitende, Notfallpläne und Absicherung sensibler Produktionsbereiche.
Flexibler Ansatz
Bewertung je nach Kundenwunsch auf Basis von Sachwerten, Gesamtversicherungswert, Umsatz oder anderen definierten Messgrößen.
Vorbereitung auf CSRD
Unterstützung bei der Erfüllung von Berichtspflichten durch Analysen und Empfehlungen, die den Anforderungen der CSRD entsprechen.
AUF DEN PUNKT
Im Rahmen der VDMA Klimaszenarioanalyse werden Risiken durch Naturgefahren wie Starkregen, Hitzewellen und Überschwemmungen ermittelt und priorisiert. Die Ergebnisse werden so visualisiert, dass Sie eine klare Entscheidungsgrundlage erhalten.
Nina Nodorf | Leiterin Sachversicherung | VDMA Insurance Brokers
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Ihre Ansprechpartnerin
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Nina Nodorf
Leiterin Sachversicherung
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