
Zwischen Aufbruch und Unsicherheit: Resilienz wird zum Wettbewerbsfaktor
Geopolitische Konflikte, fragile Lieferketten, Investitionsschwäche und internationaler Wettbewerbsdruck: Der Maschinenbau bewegt sich weiterhin in einem Umfeld großer Unsicherheit. Gleichzeitig mehren sich die Zeichen einer konjunkturellen Erholung. Warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ist, über unternehmerische Resilienz zu sprechen – und weshalb sie zunehmend zum Wettbewerbsfaktor wird.
Die Stimmung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau hellt sich auf. Nach schwierigen Monaten zeigen sich erste Anzeichen einer konjunkturellen Belebung: Die Auftragseingänge legten im ersten Halbjahr 2026 preisbereinigt um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr zu. Für 2027 erwartet der VDMA sogar wieder ein Wachstum der Maschinenproduktion von drei Prozent.
Erholung trifft auf strukturelle Herausforderungen
Noch ist die positive Entwicklung nicht in der Breite angekommen. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 lag die reale Maschinenproduktion 4,1 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Gleichzeitig waren die technischen Kapazitäten im Juli mit 77,9 Prozent weiterhin deutlich unterausgelastet.
Besonders auffällig ist die unterschiedliche Entwicklung von Inlands- und Auslandsgeschäft. Während die preisbereinigten Aufträge aus dem Ausland in den ersten sieben Monaten um acht Prozent zunahmen, gingen die Bestellungen aus Deutschland nochmals um zwei Prozent zurück. Die privaten Ausrüstungsinvestitionen lagen im zweiten Quartal 2026 real sogar knapp 15 Prozent unter dem Niveau des zweiten Quartals 2019.
Hinzu kommt ein wirtschaftliches Umfeld, dessen Entwicklung für Unternehmen zunehmend schwer vorhersehbar ist. Geopolitische Konflikte können Energieversorgung und globale Lieferketten beeinträchtigen. Handelskonflikte und zusätzliche Zölle können Absatzmärkte verändern. Inflation, Zinsniveau und Finanzierungsmöglichkeiten beeinflussen Investitionsentscheidungen. Gleichzeitig bleibt der internationale Wettbewerbsdruck hoch.
Resilienz ist mehr als Krisenmanagement
Unternehmerische Resilienz zeigt sich nicht erst im Schaden- oder Krisenfall. Sie beginnt wesentlich früher: bei der Kenntnis kritischer Abhängigkeiten, bei robusten Lieferketten und Produktionsstrukturen und bei der Fähigkeit, auf veränderte Rahmenbedingungen schnell reagieren zu können.
Auch der aktuelle VDMA-Prognosereport greift diesen Gedanken auf. Diversifizierte Lieferketten und geringere strategische Abhängigkeiten werden darin ausdrücklich als Chance genannt, die Resilienz der europäischen Wirtschaft und ihrer Unternehmen zu erhöhen. Gleichzeitig können technologische Innovationen, Digitalisierung und Automatisierung neue Wachstumschancen für den Maschinen- und Anlagenbau eröffnen. Resilienz wird damit zunehmend auch zu einer Frage der Wettbewerbsfähigkeit.
Genau darüber wollen wir sprechen.
VDMA-Maschinenbau-Gipfel: Session „Resilienz: Der entscheidende Wettbewerbsfaktor in unsicheren Zeiten“
Beim diesjährigen Maschinenbau-Gipfel widmen wir uns in unserer Session der Frage, was Unternehmen heute tun können, um auch morgen handlungsfähig zu bleiben. Dabei wollen wir Resilienz bewusst aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten: von geopolitischen Entwicklungen und Lieferketten über Cyber- und Systemrisiken bis hin zu betrieblichen Abhängigkeiten und der Frage, welche Risiken sich überhaupt noch übertragen lassen.
Nach kurzen Impulsen aus verschiedenen Blickwinkeln möchten wir diese Fragen gemeinsam mit unseren Panelgästen diskutieren und dabei insbesondere den Blick auf die Unternehmenspraxis richten. Denn die vergangenen Jahre haben gezeigt: Nicht jede Krise lässt sich vorhersehen. Entscheidend ist, wie gut ein Unternehmen darauf vorbereitet ist, mit ihr umzugehen.
Wo: VDMA-Maschinenbau-Gipfel 2026 vom 10. bis 11.11.2026 in Berlin
Wann: Panelvortrag am 10.11.2026 um 16:30 Uhr
Referenten:
- Mathieas Kohl, Head of Corporate Insurance Draegerwerke AG & Co. KGaA
- Prof. Dr. Klemens Skibicki, Geschäftsführer Profski GmbH
- Michael Stietz, SVP Global Operations Körber Technologies
- Paulos Asbe, Head of Zurich Resilience Solutions
- Andreas Schlayer, Senior Underwriter Cyber, Munich Re
- Nina Nodorf, Head of Property, VDMA Insurance Brokers GmbH
- Birger Jeurink, Geschäftsführer, VDMA Insurance Brokers GmbH
Ihre Ansprechpartnerin
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Nina Nodorf
VDMA Insurance Brokers GmbH
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